Dienstag, Januar 10, 2006

Die Wurst ist tot

Fotos hier:
Schild im Mexikaner am Zülpicher Platz
Laaaaangweilig! (Kurz vor Anstimmung des Tetris-Themes)
Neeeeeeein! (Die Wurst ist tot!)
Trauergemeinde für die Wurst

Es macht Spaß, spontan zu sein.

Man trifft sich zu ein paar Leuten, man verbringt den Abend zusammen, und wenn man auf irgendetwas Lust hat, dann tut man es einfach.

So wollten wir es auch heute halten.

Um Punkt 21.30 kreuzten Guido und ich am Zülpicher Platz auf, um uns dort auch gleich mit Andy, Claudia und dem Monsieur Büth zu treffen. Im Kopf hatten wir eigentlich, eine beliebige Örtlichkeit in der Nähe aufzusuchen und uns dort am Alkoholausschank zu erfreuen.

Statt dessen schlugen Andy und Claudia aber vor, zum Rex zu tingeln, um uns dort den Film „Weltverbesserungsvorschläge“ anzusehen, laut Claudia ein höchst interessanter Episodenfilm, der sehr lustig anzusehen sei. Ein kurzer Blick auf die Uhr: Noch eine Viertelstunde Zeit. Genug also, um dem kleinen Mexikaner am Zülpicher Platz (empfehlenswert! Siehe auch Foto!) einen Besuch abzustatten und uns mit köstlichen Long Island Ice Tee To Go einzudecken. Beim Bezahlen blieb mir allerdings das Herz stehen: Ich fand mein Portemonnaie nicht.

Nachdem ich den Rest der Meute verrückt gemacht, mit dem Hyperventilieren begonnen und zu Hause angerufen hatte, fand sich der kleine Ausreißer dann doch wieder. Ich hatte es vor lauter Freude, endlich loszufahren, in die Innentasche meines Sakkos gesteckt statt in die des Parkas, wo es eigentlich zu hause ist.

Schlürfenderweise ging’s also auf zum Rex, wo der frisch aufgenommene Alkohol allerdings direkt wieder aus uns rausgenüchtert wurde: Ausverkauft.

Mit finsteren Minen und heimlichen Hass auf die Leute, die noch eine Karte bekommen hatten, stellten wir uns vor die Tür und betrachteten die Aushänge, um weitere sehenswerte Filme orten zu können. Aber Pustekuchen, sag ich euch! Nix mit guten Filmen!

Wir disputierten eine geraume Weile hin und her, einer wollte *den* Film nicht wahrhaben, der andere konnte sich mit *dem* Film nicht anfreunden. Ergo erfreuten wir uns wenigstens an Büth’s Land of the Dead – Imitation („Und dann, höhö, dann schießt der sich mit der Schrotflinte in den Fuß! Höhö, äh…(Beginn Imitation) Öööööööööööh…hö? Hmm….*bang* ÖÖÖööÖööÖöÖööÖööööÖÖÖöööhhhh…..(Ende Imitation)“) und setzten uns Richtung Rudolfplatz in Bewegung. Warum? Wussten wir auch nicht so recht.

Da wir alle recht gefüllte Bäuche und Andy keine Lust auf Saufen hatten, schieden Essen und Trinken aus und es blieb erst einmal beim Rudolfplatz. Da standen wir also, wie bestellt und nicht abgeholt und zermaterten uns die Hirne, was zu tun sei. War aber nicht viel zu tun. Also standen wir blöde rum und langweilten uns. Geschlagene 25 Minuten (siehe Foto!). Volle 90 Sekunden davon beschäftigten wir uns damit, einen Kanon aus dem Tetris-Intro zu machen (ihr wisst schon: Dümm-dededümm-dededümm-dedeDümm-dededümm-dadümm-de-dümm-dümm-dümm), was, ich brauch es kaum erwähnen, nicht wirklich bühnenreif funktionierte.

Also zurück den Ring runter Richtung Rex, um zu schauen, ob wir denn nicht doch vielleicht etwas zum Anschauen fänden, ohne an Langeweile zu verrecken. Allerdings konnten wir unsere farbenfrohen Meinungen nicht unter einen Hut bringen, und so standen wir dann dort und waren immer noch keinen Deut schlauer. Büth schlug Billiard vor, doch Andy trumpfte locker drüber mit dem Ausspruch: „Air Hockey!“

Genial!

Rüber zum Giga Center (ein aufmerksamer Leser stellt an dieser Stelle fest, dass das schon zum vierten Mal die Strecke Rudolfplatz->Friesenplatz bedeutet), runter in den Keller, wo die Air Hockey-Tische stehen. Leider besetzt. Also wieder hoch, in den Ab-18-Bereich, um House of the Dead IV zu spielen. Wem die House of the Dead-Serie nichts sagt, dem sei es hier erklärt. Als Controller werden jeweils zwei irgendwie geartete Schusswaffen benutzt, mit dem es gilt, völlig überwältigenden Massen von Zombies ein vorzeitiges Ende zu bereiten.

Im Falle des vierten Teiles sind es zwei Uzis mit der Zusatzfunktion, Handgranaten zu werfen. Nicht ganz so ambientig wie Schrotflinten (dritter Teil), aber Spaß hat es jedenfalls gemacht. Zumal man die Waffe zum Nachladen schütteln musste. Jawohl, um Uzis nachzuladen, muss man sie schütteln. Gutheit.

Danach wollten wir dann eigentlich doch noch mit Queues auf Kugeln eindreschen, aber Claudia hatte inzwischen, verständlicherweise, vom Blitzlicht und dem lauten Gedröhne Kopfschmerzen bekommen, und so zerstreuten wir uns dann doch.

Auf dem Rückweg über dem Rudolfplatz mussten wir zu unserem maßlosen Entsetzen feststellen, dass unser lang geliebter Freund, das Wurstschild am Rudolfplatz, ermordet wurde (siehe Foto). Spontan riefen wir eine Andachtsmesse ein (siehe ebenfalls Foto), um das Gedenken an unseren lang geliebten Freund, dem Wurstschild am Rudolfplatz, aufrechtzuerhalten.

Wir ernteten zwar den einen oder anderen leicht skeptischen Blick, doch wenn eine Freundschaft so lange und innig ist wie die zu dem lang geliebten Freund, dem Wurstschild am Rudolfplatz, dann nimmt man so etwas gerne in Kauf.

Tja, und so neigte sicher Abend auch dem Ende zu.

Ich hätte wirklich gerne noch irgendwas getan, aber Guild Wars-Zocken war eh schon mal abgesagt wegen Mangel an abendlicher Internet-Verbindung (sollte beizeiten mal prüfen, ob unsere Nachbarn W-Lan benutzen…), Film schauen alleine ist auch öde…

Im Endeffekt verbrachte ich meine nachmitternächtliche Zeit mit dem ziemlich fruchtlosen Versuch, meinen Laptop mit dem Fernseher zu verbinden, und damit, diese Zeilen zu schreiben.

Mal sehen, was ich noch tue. Vielleicht schlafe ich ja auch bald.